Achtsame Momente mit Kindern: Wenn Innehalten zum Abenteuer wird

Achtsame Momente mit Kindern: Wenn Innehalten zum Abenteuer wird

Manchmal sind es nicht die grossen Ausflüge oder spektakulären Programmpunkte, die in Erinnerung bleiben – sondern die kleinen, stillen Momente zwischendurch. Wie dieser hier: Eine Gruppe Kinder sitzt gemeinsam am Wegrand, blickt hinaus in die Ferne, schweigt, lacht, plaudert oder beobachtet einfach, was um sie herum geschieht. Der Himmel ist bewölkt, das Wetter kühl – und trotzdem ist es ein perfekter Moment.

In der KiTa Blüemli erleben wir täglich, wie wichtig es ist, Raum für solche achtsamen Pausen zu lassen. Denn Kinder brauchen nicht immer Action, Programm und Tempo. Oft brauchen sie einfach nur Zeit, um Eindrücke zu verarbeiten, ihre Umgebung wahrzunehmen oder zur Ruhe zu kommen. Genau deshalb gehören solche Momente fest zu unserem Alltag – auch wenn sie nicht planbar sind.

Unsere täglichen Spaziergänge durch die Natur führen uns oft auf unterschiedlichste Wege. Mal geht es durch den Wald zum Elefantenbach, mal entlang an bunten Blumenwiesen oder über Kiespfade durch ruhige Wohngebiete. Auf dem Weg entstehen natürliche Gelegenheiten, um innezuhalten. Vielleicht entdecken die Kinder eine spannende Schnecke, hören das Rauschen des Windes in den Bäumen oder setzen sich einfach auf eine kleine Mauer, um die Aussicht zu geniessen. So wie auf diesem Bild.

Achtsamkeit mit Kindern bedeutet für uns in der KiTa Blüemli, dass wir ihnen die Freiheit geben, sich im Moment zu verlieren. Dass wir nicht immer sofort weitergehen müssen, wenn jemand stehen bleibt. Dass wir lernen, ihre Perspektive zu übernehmen – auch wenn sie sich nur für einen Grashalm interessieren. Diese achtsamen Momente sind wertvoll, weil sie das kindliche Staunen zulassen. Und genau dieses Staunen ist die Grundlage für Neugier, Lernfreude und emotionale Entwicklung.

Gerade in einer Welt, die oft laut, schnell und überreizt ist, sind diese ruhigen Augenblicke von grosser Bedeutung. Sie fördern das Körpergefühl, das Selbstbewusstsein und die Fähigkeit, mit der eigenen Aufmerksamkeit präsent zu sein. Wenn Kinder erleben, dass ihre Bedürfnisse nach Ruhe und Beobachtung respektiert werden, stärkt das ihre innere Balance. Sie fühlen sich ernst genommen – und das wiederum ist die Basis für Vertrauen.

Als Fachpersonen beobachten wir diese Situationen bewusst und unterstützen sie durch Zurückhaltung. Wir setzen uns oft einfach dazu, hören zu oder sagen gar nichts. Denn nicht jede pädagogische Begleitung braucht Worte. Manchmal genügt ein stilles Dasein, ein Lächeln oder die Geste, die Zeit einfach fliessen zu lassen.

Natürlich geht es nicht darum, jede Aktivität zu unterbrechen oder stundenlang nichts zu tun. Vielmehr achten wir auf die Balance. Wir strukturieren den Tag so, dass es Phasen mit Bewegung, Spiel und Aktivität gibt – und eben auch solche, in denen das Tempo sinkt. Wie hier auf dem Bild, wenn die Kinder sich setzen, ihre Beine baumeln lassen und einfach nur die Aussicht betrachten. Vielleicht erzählen sie sich gegenseitig, was sie in den Häusern unter ihnen vermuten. Oder sie überlegen, welcher Weg wohl zu welchem Ort führt. In solchen Momenten beginnt Fantasie, Sprache und soziales Miteinander ganz von selbst zu fliessen.

Diese Form von achtsamer Bildung ist ein zentraler Bestandteil unseres pädagogischen Ansatzes in der KiTa Blüemli. Sie fördert nicht nur die emotionale Stabilität der Kinder, sondern auch ihre Konzentration, ihre soziale Wahrnehmung und ihr Selbstverständnis. Denn wer gelernt hat, auf sich selbst zu hören und in sich hineinzuspüren, ist auch fähig, auf andere empathisch zu reagieren.

Und so ist dieser kleine Rastplatz auf dem Weg vielleicht für uns Erwachsene einfach nur ein Teil des Spaziergangs – für die Kinder aber ist er ein Ort des Entdeckens, Verweilens und Staunens. Ein Moment, in dem sie ganz bei sich sind – und gleichzeitig verbunden mit der Welt um sie herum.

Weitere Einblicke in unseren Kita-Alltag und wie wir solche wertvollen Augenblicke gestalten, findest du unter:
👉 www.kitabluemli.ch

32